{"id":1014,"date":"2013-05-20T10:53:29","date_gmt":"2013-05-20T10:53:29","guid":{"rendered":"http:\/\/wohnprojekt.wohnprojektbadbramstedt.de\/?page_id=1014"},"modified":"2018-01-03T18:05:14","modified_gmt":"2018-01-03T16:05:14","slug":"inklusion-eine-gemeinschaft-fur-alle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wohnprojektbadbramstedt.de\/?page_id=1014","title":{"rendered":"Inklusion und Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #993300;\"><b>Gemeinsam leben<\/b><\/span><\/p>\n<p>Zu einem nachbarschaftlichen Wohnprojekt geh\u00f6rt unseres Erachtens, dass niemand ausgegrenzt wird und ganz unterschiedliche Menschen eine Form des Miteinanders finden. W\u00fcnschenswert ist f\u00fcr uns ein Zusammenleben mit Menschen mit k\u00f6rperlicher Behinderung und anderen Beeintr\u00e4chtigungen, die den Wunsch haben, eigenst\u00e4ndig zu leben und auch mit entsprechenden Hilfen dazu in der Lage sind. Modelle nicht nur in den Niederlanden und in D\u00e4nemark, sondern auch in Deutschland zeigen, dass mit einer entsprechenden Betreuung ein gemeinsames Leben in einem Wohnprojekt gut m\u00f6glich ist und f\u00fcr alle eine Bereicherung sein kann. Deshalb ist eines unserer formulierten Ziele die \u201eInklusion\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><b>Keine \u00dcberforderung<\/b><\/span><\/p>\n<p>Uns ist wichtig, dass sich die Wohngruppe nicht mit der Betreuung \u00fcberfordert, sondern dass es um eine offene freundschaftliche Nachbarschaft geht \u2013 weitergehende Unterst\u00fctzung muss Sache der \u201cProfis\u201d bleiben. Deshalb steht unsere Initiative seit Beginn in der Diskussion mit sozialen Tr\u00e4gern (wie Lebenshilfe, Diakonie, Innere Mission) die entsprechende Angebote machen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><b>Verschiedene Modelle des Zusammenlebens<\/b><\/span><\/p>\n<p>Bei schon bestehenden Projekten sind \u00fcberwiegend zwei Modelle vorzufinden:<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>Ein Wohnprojekt bildet eine Kooperation mit einem sozialen Tr\u00e4ger. Der Tr\u00e4ger baut oder finanziert einen eigenen Geb\u00e4udekomplex, der baulich z.B. \u00fcber einen gemeinsamen Eingangsbereich oder die Au\u00dfenanlagen in das Projekt integriert ist. Der Tr\u00e4ger vergibt die Wohnungen eigenst\u00e4ndig und gew\u00e4hrleistet die Betreuung. \u00a0Die Bewohner leben in einer Wohngruppe, aber in einem eigenst\u00e4ndigen abgeschlossenen Bereich. Um die Betreuung gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, wird die Wohngruppe aus Menschen mit \u00e4hnlichen Behinderungen zusammengestellt (z.B. Dementengruppe). \u00dcber gemeinsame Projekte und Freizeitaktivit\u00e4ten lernen sich die Bewohner des Wohnprojekts und der betreuten Gruppe kennen und es w\u00e4chst eine Gemeinsamkeit. Dieser Ansatz l\u00e4sst sich mit dem Begriff der Integration bezeichnen.<\/li>\n<li>Ein Wohnprojekt achtet schon in der Planungsphase auf barrierefreie Zuwegungen zu den Geb\u00e4uden und Zug\u00e4nge zu den Wohnungen; ein Fahrstuhl und Flure bzw. Laubeng\u00e4nge ohne Stufen verbinden alle Geb\u00e4ude. Behinderte Menschen, bzw. Familien mit behinderten Kindern, die sich f\u00fcr das nachbarschaftliche Wohnen interessieren, k\u00f6nnen sich wie alle anderen auch bewerben. Das Projekt arbeitet in einer Kooperation mit sozialen Tr\u00e4gern, so dass man in gemeinsamen Gespr\u00e4chen mit den Interessenten den besonderen Ausstattungsbedarf und dessen m\u00f6gliche Finanzierung f\u00fcr die Wohnungen in der Planungsphase ermitteln kann; zus\u00e4tzlich wird gemeinsam mit einem Berater der\u00a0 Betreuungs- bzw. Pflegebedarf ermittelt und mit dem Betroffenen ein individuell praktikables Betreuungspaket festgelegt. Im Alltag leben im Wohnprojekt Menschen mit und ohne Behinderung \u201eT\u00fcr an T\u00fcr\u201c und sind ganz normale Mitglieder des Projekts.<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><b>Gespr\u00e4che mit sozialen Tr\u00e4gern<\/b><\/span><\/p>\n<p>L\u00e4ngere Zeit hatten wir das erste Modell vor Augen, da es \u00fcblicher und f\u00fcr das Wohnprojekt zun\u00e4chst einfacher schien. Dieses Modell war Ausgangspunkt f\u00fcr diverse Gespr\u00e4che mit verschiedenen Tr\u00e4gern. Es stellte sich aber heraus, dass die finanzielle Absicherung seitens der Tr\u00e4ger schwierig wird: entweder baut der Tr\u00e4ger auf dem Gel\u00e4nde selber, oder die Initiative baut f\u00fcr den Tr\u00e4ger mit, ben\u00f6tigt aber f\u00fcr die Investitionssicherheit einen sehr langfristigen Vertrag. Hier haben wir keinen Tr\u00e4ger gefunden, der sich mit unserer Gruppe auf einen solchen Weg einlassen wollte.<\/p>\n<p>So haben wir uns nun f\u00fcr das zweite Modell entschieden, best\u00e4rkt durch Fachleute die uns dargestellt haben, was alles an Pflege und Betreuung m\u00f6glich ist, um Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinschaftsleben zu erm\u00f6glichen ohne die Gruppe zu \u00fcberlasten. . In Bramstedt selbst gibt es ein breites Angebot an ambulanter Unterst\u00fctzung verschiedener Tr\u00e4ger.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><b>Inklusion<\/b><\/span><\/p>\n<p>Wir haben aber auch erfahren, dass sich die Bed\u00fcrfnisse von Menschen mit k\u00f6rperlicher Behinderung und anderen Beeintr\u00e4chtigungen ge\u00e4ndert haben und das Interesse an einer \u201enormalen\u201c Wohnung deutlich gr\u00f6\u00dfer ist &#8211; \u00a0das entspricht auch den Erfahrungen von sozialen Tr\u00e4gern und dem Leitgedanken der Inklusion. Inklusion hei\u00dft, m\u00f6glichst nicht den normalen Lebenskontext zu verlassen und in besonderen Einrichtungen zu leben. Daf\u00fcr m\u00fcssen allerdings die Alltagsrahmenbedingungen auf die Bed\u00fcrfnisse von Menschen mit Behinderungen, bzw. Familien mit behinderten Kindern, eingerichtet werden und diese je nach individueller Bed\u00fcrftigkeit ambulante Hilfen durch Profis bekommen. Wohnungen mit gr\u00f6\u00dferen Radien erm\u00f6glichen Pflege zuhause. In den Wohnungen sind Vorrichtungen f\u00fcr einen Hausnotruf vorgesehen. Die Zug\u00e4nge ins Haus, in die Wohnungen auf die Terrasse und in die Dusche sind barrierefrei angelegt.<\/p>\n<p>Vergessen sollten wir auch nicht, dass jeder von uns durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen kann, wo er auf Hilfe angewiesen ist. Beruhigend, dass unser Projekt darauf eingerichtet sein wird &#8211; r\u00e4umlich und personell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"right\">\u00a0(Juni 2013, aktualisiert Januar 2018)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam leben Zu einem nachbarschaftlichen Wohnprojekt geh\u00f6rt unseres Erachtens, dass niemand ausgegrenzt wird und ganz unterschiedliche Menschen eine Form des Miteinanders finden. 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