{"id":983,"date":"2013-05-04T08:35:28","date_gmt":"2013-05-04T08:35:28","guid":{"rendered":"http:\/\/wohnprojekt.wohnprojektbadbramstedt.de\/?page_id=983"},"modified":"2018-01-03T18:06:07","modified_gmt":"2018-01-03T16:06:07","slug":"gesellschaftsform","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wohnprojektbadbramstedt.de\/?page_id=983","title":{"rendered":"Gesellschaftsform"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Wir haben unser Wohnprojekt in Form einer <strong>Genossenschaft in Kombination mit einer Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft<\/strong> realisiert. Welche \u00dcberlegungen stecken dahinter?<\/span><\/p>\n<p>Unser Wohnprojekt ist f\u00fcr alle interessierten Menschen offen , die in guter Nachbar-schaft gemeinsam miteinander wohnen wollen. Dabei soll es keine wesentliche Rolle spielen, ob Menschen Eigentum erwerben, oder lieber zur Miete wohnen wollen. Ein nachbarschaftliches, generations\u00fcbergreifendes und integratives Wohnprojekt wird unserer Meinung nach nur funktionieren, wenn bei den zuk\u00fcnftigen Bewohnerinnen und Bewohner nicht an erster Stelle das Primat steht, Eigentum zu bilden bzw. \u00fcber ihr Eigentum uneingeschr\u00e4nkt verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen. Das soll die Rechtsform, in der wir uns organisieren, gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">Anforderungen an die Rechtsform<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Rechtsform eines Wohnprojekt nach unseren W\u00fcnschen muss bestimmten Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen gemeinsam \u00fcber die Angelegenheiten, die alle betreffen entscheiden k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Die Gruppe soll insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht, nach au\u00dfen gemeinsam handlungsf\u00e4hig auftreten k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Die spekulative Verwertung des Wohnraums soll ausgeschlossen werden<\/li>\n<li>Die Gruppe soll auch bei einem Wechsel der Bewohnerinnen und Bewohner die gewollte Gruppenzusammensetzung erhalten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Der Ausstieg und Zugang soll m\u00f6glichst unkompliziert erfolgen k\u00f6nnen, und der Einfluss der Gruppe vertraglich sichergestellt sein.<\/li>\n<li>Die Gruppenmitglieder sollen durch eine Haftungsbeschr\u00e4nkung gesichert und vor einer Zwangsversteigerung gesch\u00fctzt sein<\/li>\n<li>Die Rechtsform soll keine Nachteile bei der Beleihungsf\u00e4higkeit mit sich bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">\u00a0Genossenschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Andere uns bekannte Wohnprojekte, die nicht im Eigentumsmodell organisiert sind, nutzen meist die Form einer eingetragenen Genossenschaft &#8211; eG, der die Idee des gemeinn\u00fctzigen Bauens mit einer Beschr\u00e4nkung des privaten Risikos und der privaten Haftung bei gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Mitsprache der Mitglieder zu Grunde liegt. Uns gefallen die drei Grundprinzipien einer Genossenschaft, n\u00e4mlich:<\/p>\n<ul>\n<li>Demokratieprinzip: jedes Mitglied hat eine Stimme ungeachtet der H\u00f6he seiner Einlage. Die Entscheidungen fallen in der Mitgliederversammlung, die laufenden Gesch\u00e4fte f\u00fchrt der Vorstand.<\/li>\n<li>Identit\u00e4tsprinzip: Die Mitglieder sind gleichzeitig Bauherr, Mieter und Vermieter auf der Basis von Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Selbsthilfe.<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4tsprinzip: die Finanzierung wird durch Zahlung von Genossenschafts-anteilen sichergestellt, dabei muss die Summe des insgesamt eingebrachten Verm\u00f6gens (und eben nicht der Anteil jedes einzelnen Mitglieds) ausreichen, um Baufinanzierung und Bewirtschaftung sicherzustellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da das Interesse traditioneller Genossenschaften, Wohngruppen mit eigenen Ideen als eigenst\u00e4ndige und gelegentlich unbequeme Mitglieder aufzunehmen, in Schleswig-Holstein bisher nicht so ausgepr\u00e4gt ist, war die Gr\u00fcndung einer eigenen Genossenschaft notwendig . Hier hat es in den letzten Jahren \u00c4nderungen der Rahmenbedingungen gegeben, die es auch kleineren Gemeinschaften mit entsprechender Beratung und Unterst\u00fctzung m\u00f6glich macht, eine eigene Genossenschaft zu gr\u00fcnden und zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nachteil einer neuen Genossenschaft ist, dass sie nicht auf den in Traditionsgenossen-schaften vorhandenen Kapitalstock zur\u00fcckgreifen kann, der einen niedrigen Genossen-schaftsanteil m\u00f6glich macht. Die neue Genossenschaft muss (soweit nicht F\u00f6rdermittel in Anspruch genommen werden k\u00f6nnen) wie jeder normale Bauherr die Eigenmittel zum Bau voll aus eigenen Mitteln erbringen &#8211; und das sind hier die Genossenschaftsanteile. H\u00f6here Einzahlungen in die Genossenschaft f\u00fchren hierbei zu geringeren Mieten.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p>In einer Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft \u2013 WEG hat der Eigent\u00fcmer normalerweise die alleinige und freie Verf\u00fcgung \u00fcber seine Wohnung (Sondereigentum), muss sich aber mit den anderen Eigent\u00fcmern bez\u00fcglich des Gemeinschaftseigentums (Garten, Treppenhaus, Keller etc.) einigen. Jeder Wohnungseigent\u00fcmer haftet f\u00fcr die Finanzierung seines Anteils alleine aber auch bez\u00fcglich der Lasten und Kosten des Gemeinschaftseigentums gegen\u00fcber der Gemeinschaft. Die Verwaltung wird einem Verwalter \u00fcbertragen, Beschl\u00fcsse m\u00fcssen einstimmig sein.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">\u00a0Kombination von Genossenschaft und Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Es ist grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, eine Kombination von Genossenschaft und Wohnungseigen-t\u00fcmergemeinschaft vorzusehen, wie es bereits von verschiedenen Wohnprojekten praktiziert wird. Dieses Modell ist recht aufw\u00e4ndig, weil in jedem Fall auch mit der Mitgliedern der Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft Spielregeln vereinbart werden m\u00fcssen, die die anfangs genannten Prinzipien sicherstellen \u2013 sonst w\u00e4re es ja kein gemeinsames, nachbarschaftliches Wohnprojekt.<br \/>\nIn der Praxis wurde es in unserm Projekt notwendig , eine solche Kombination einzurichten, da\u00a0 Menschen zu uns gesto\u00dfen sind, die sich aus verschiedenen Gr\u00fcnden eine Wohnung zur Miete in der Genossenschaft nicht vorstellen konnten und sich in Form einer Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft organisieren wollten. Dies haben wir nun so umgesetzt, wobei die Genossenschaft als Mehrheitsgesellschafter die oben genannten Anspr\u00fcche gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Mai 2013, aktualisiert Januar 2018)<\/p>\n<p><em>(da sie unsere Vorstellungen gut trafen, haben wir uns bei den oben formulierten Anforderungen an die Rechtsform am &#8218;Leitfaden f\u00fcr Gruppenwohnprojekte und innovative Wohnprojekte des Innenministeriums Schleswig-Holstein und der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00dfes Bauen\u2018 von 2002 orientiert)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben unser Wohnprojekt in Form einer Genossenschaft in Kombination mit einer Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft realisiert. Welche \u00dcberlegungen stecken dahinter? Unser Wohnprojekt ist f\u00fcr alle interessierten Menschen offen , die in guter Nachbar-schaft gemeinsam miteinander wohnen wollen. 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